Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Die tiefbraunen Augen von Zahra A. scheinen wach zu blicken. Doch der erste Eindruck täuscht. Die Demenz hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter in Gehirn und Geist der 86-Jährigen vorgewagt.
„Heute ist sie wie ein Baby“, sagt die Tochter, die ihre Mutter liebevoll betreut. Sie ergreift die Hand der Kranken, die mit wiegendem Oberkörper auf dem Sofa sitzt, zupft ihr das Haar zurecht und spricht ein paar Sätze auf Persisch mit ihr. Die Worte aus der alten Heimat der Familie wecken wohl eine ferne Erinnerung, jedenfalls kommt ein leises Murmeln fremder Laute zurück.
„Ich will meine Mutter nicht ins Heim geben“, sagt Frau A.s 51-jährige Tochter. „Das geht bei uns nicht, das wäre gegen unsere Kultur.“ Und sie wirkt erstaunlich gelassen, wenn sie von ihren täglichen Aufgaben berichtet: Die Pflegebedürftige zu duschen und anzuziehen, das Essen zu pürieren und sie zu füttern, sie spazierenzufahren, sie ins Gitterbett zu bringen. Die Zeit der großen Unruhe ist offenbar vorbei. Mit Schrecken denkt die Tochter an jene Monate zurück, in denen die verwirrte Frau 17 Mal weggelaufen ist, in denen sie aggressiv war und ihre vollen Windeln aufgemacht und allerlei unappetitliche Dinge damit angestellt hat. Nun kann Zahra A. nicht mehr allein laufen, sich kaum noch selber bewegen. Parkinson hat ein Arzt kürzlich neben der Demenz diagnostiziert.
Wenn die Tochter ihrem Job als Verkäuferin nachgeht, bleibt die Mutter im Bett. Dann kommt ein Pflegedienst, gibt ihr das Essen und wechselt die Windeln. Doch Frau A., die Grundsicherung bezieht und am Existenzminimum lebt, hat weder einen Rentenanspruch noch wurden bis jetzt Leistungen aus der Pflegekasse gewährt. Die Ersparnisse der Tochter sind aufgezehrt. Für notwendige Kleidung fehlt das Geld ebenso wie für kleine Extras, etwa einen Cafébesuch. Und auf eine zeitweilige Vertretung bei der Pflege mag die Tochter gar nicht hoffen.
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(SZ vom 15.12.09)