SZ Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung

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07.01.2012

SZ vom 07.01.12

"Wo Verzweiflung war, ist nun Freude"

Trotz Euro-Krise sind die Leser der Süddeutschen Zeitung bereit, auch in diesen Zeiten Menschen in Not aus München und der Region großzügig zu helfen. Fast 4,5 Millionen Euro haben sie in den vergangenen Wochen für die 63. Hilfsaktion des „Adventskalenders für guteWerke“ gespendet.



Hilfe, die unmittelbar ankommt: „Dank Ihrer großzügigen Spende ist es endlich wieder warm in meinem Zuhause“, schrieb eine Frau in einem Dankesbrief.
Im Zentrum der Spendenaufrufe standen diesmal traumatisierte Kinder und Jugendliche, alte Menschen, deren Rente nicht zum Leben reicht, wohnungslose Familien mit Kindern, schwer Kranke und ihre Angehörigen sowie junge Flüchtlinge. „Allen Menschen, über die wir berichtet haben, konnte bereits geholfen werden“, berichtet Claudia Strasser, Geschäftsführerin des SZ-Adventskalenders. In Zusammenarbeit mit sozialen Diensten in der Stadt und den Landkreisen unterstützt das Hilfswerk noch viele weitere Menschen in Notlagen, verteilt Lebensmittelpakete und Einkaufsgutscheine, Ferien- und Familienpässe. Jeder gespendete Euro geht ohne jeglichen Abzug an Bedürftige, denn alle Kosten der Aktion trägt der Süddeutsche Verlag.
Das Engagement der SZ-Leser ist besonders bemerkenswert, weil bundesweit die Spenden für soziale Zwecke in diesem Winter deutlich zurückgegangen sind. Der von TNS Infratest erstellte Spendenmonitor sieht die Zahl der Spender in Deutschland sogar auf dem Tiefstand seit Beginn der Erhebungen 1995. Auch der SZ-Adventskalender verzeichnete eine Spendenrückgang von rund einer halben Million Euro. Claudia Strasser betont aber das Engagement vieler SZ-Leser: „Diese Hilfe ist angesichts steigender Not wichtiger denn je. Ich hoffe deshalb sehr, dass uns die Leser auch während des Jahres die Treue halten, weil wir schon mit kleinen Beträgen sehr viel Gutes tun können.“
Spenden kamen aus aller Welt, zum Beispiel auch aus San Francisco. Mit einer ungewöhnlichen Aktion war Unibrand, eine Münchner Agentur für Markenkommunikation, dabei: Für jede gestellte Rechnung führte das junge Team zehn Euro als Spende ab, insgesamt 1710 Euro. 114 Münchner ließen sich für jeweils 25 Euro die Haare schneiden bei der Benefizaktion der Meisterschule für Friseure. Willy Astor versteigerte aus seiner Sammlung Gitarren und brachte damit stattliche 23.145 Euro zusammen.
Seit Jahren beteiligt sich eine griechische Familie: Sie besucht am 24. Dezember Freunde und singt für sie Weihnachtslieder. Dafür gibt es nicht Nüsse und Obst, sondern Spenden. Und die hat die Familie verdoppelt auf 500 Euro, wie Gudrun Queitsch an der Kasse im SZ-Servicezentrum erzählt. Sie weiß von vielen guten Ideen zu berichten: Eine Frau hat zu ihrem 80. Geburtstag eine Spendenbox aufgestellt, ein Gymnasiallehrer das Sammelergebnis seiner Schüler verdoppelt. Drei Kinder kommen schon seit Jahren, um von ihrem Taschengeld zu spenden.
Was die Unterstützung bedeutet, lassen Dankesbriefe erkennen. Eine Frau, deren Rente nicht zum Leben reicht und die deshalb nicht wusste, wie sie eine dringend benötigte Brille und ein Bett finanzieren sollte, freute sich über die Zuwendungen der SZ-Leser: „Wo Verzweiflung war, ist nun Freude, große Freude.“

(SZ vom 07.01.12)