Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Mehr als 5,2 Millionen Euro haben die SZ-Leser in den vergangenen sechs Wochen für den „Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung“ gespendet. Mit ihrem außerordentlichen Engagement für die 60. Hilfsaktion übertrafen die Spender das Vorjahres-Rekordergebnis sogar noch um rund 150.000 Euro.
„Kinder wie die meinen, die in ihren jungen Jahren manchen Schicksalsschlag und viele Entbehrungen erleben mussten, machen durch den SZ-Adventskalender die Erfahrung, dass es ,da draußen‘ Menschen gibt, die uns wohl gesinnt sind. Und uns helfen. Dieses Geschenk möge die Basis sein, auf der wieder Vertrauen in die Welt wachsen kann.“ Der Brief einer Münchner Mutter an den Adventskalender, eingetroffen zur Jahreswende. Eine kranke Frau dankt in einem anderen Schreiben für die unerwartete finanzielle Unterstützung: „Ich bin tief gerührt, ich konnte es minutenlang gar nicht begreifen. Alles hat sich mit mir gedreht, dann habe ich geweint und geweint. Dass sich überhaupt jemand für mich und mein Leben interessiert, ist ein Wunder.“
Der Mann einer pflegebedürftigen Frau versichert, „wir werden den Betrag nicht einsetzen für Anschaffungen, die nicht dringend erforderlich sind“. Er fügt hinzu: „Um ganz ehrlich zu sein: Uns standen Tränen in den Augen wegen der Höhe der Zuwendung.“
All diese Hilfe ist den SZ-Lesern und ihren Rekordspenden an den Adventskalender zu verdanken. „Das ist ein großartiges Geschenk zum 60. Geburtstag unseres Hilfswerks“, freut sich Adventskalender- Geschäftsführerin Claudia Strasser über die Anteilnahme der Leser am Schicksal von Menschen, die arm, krank und behindert sind. Gerade vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Auswirkungen der Finanzkrise sei die Hilfsbereitschaft ein Ausdruck hohen Gemeinsinns. „Es ist enorm, was unsere Leser geleistet haben“, so Strasser: „Herzlichen Dank für die große Treue und das überwältigende Vertrauen.“
Zum 60. Mal hatte das 1949 gegründete Hilfswerk zu Spenden aufgerufen. Im Mittelpunkt der Reportagen im Münchner Lokalteil standen diesmal schwerkranke Kinder, alte, pflegebedürftige Menschen, seelisch Kranke und Familien, die in Not geraten sind. Die Landkreisausgaben der SZ beteiligten sich mit eigenen Aufrufen an der Aktion. Insgesamt sind dort und in der Stadt bisher 5.221.000 Euro eingegangen; über den Abschluss wird die SZ im März berichten.
„Ich bin sehr froh, dass wir durch die hohen Spendeneinnahmen den Menschen auch wirklich mit dem Betrag helfen können, den sie brauchen“, sagt Claudia Strasser. Oft geht es aber auch nur um kleine Beträge: „Es ist erschütternd zu sehen, dass sich selbst mit 50 Euro Probleme lösen lassen, an denen Menschen schier verzweifelt sind.“ Die eingezahlten Beträge reichen von wenigen Euro Taschengeld bis hin zu 20 000 Euro. Kinder plünderten ihre Spardosen, Familien nahmen Feiern wie Hochzeit und Taufe zum Anlass, ihre Gäste um Geschenke für Menschen zu bitten, die keine Gaben zu erwarten haben. Schulklassen, Stammtische, Kaffeekränzchen und Wohngemeinschaften schickten „Geldboten“ ins SZ-Servicezentrum, um die Spende für den Adventskalender zu überbringen. Jeder Betrag hilft, denn nicht ein einziger Cent aus der Spendensumme wird für Personal- und Sachkosten eingesetzt: Der Süddeutsche Verlag übernimmt sämtliche mit der Aktion verbundenen Kosten, so dass alle Spenden ungeschmälert an Bedürftige gehen.
Allen Menschen, über die in den Spendenaufrufen berichtet wurde, konnte noch vor Jahresende geholfen werden. Das Schicksal der Familie G., die der Unfalltod des Vaters der drei kleinen Kinder in Not brachte, bewegte viele Leser ganz besonders. Eine städtische Mitarbeiterin, ihre Schwester und ihre Eltern besorgten der alleinerziehenden Mutter eine neue Waschmaschine. Wie viel Zuversicht die SZ-Leser mit ihren Spenden stiften, zeigt der Dankesbrief einer Mutter: „Ich kann mit Worten gar nicht mitteilen, wie groß unsere Freude ist“, heißt es da.
Überweisungen auf das Adventskalender- Konto 82228 bei der HypoVereinsbank München (BLZ 700 202 70) sind ganzjährig möglich.
Ein Dank an die Leser
Um offen zu sein: Das hätten wir nicht erwartet. Nicht angesichts einer Wirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes, nicht angesichts der Sorgen vieler Menschen um ihren Arbeitsplatz, nicht also angesichts der verständlichen Zukunftsängste. Mit 5,2 Millionen Euro zum Jahresende hat der Adventskalender im Jahr seines 60. Geburtstages eine neue Rekordsumme erhalten. Nie zuvor haben die SZ-Leser dem Sozialwerk der Süddeutschen Zeitung so viel Geld gespendet. In einer so reichen Stadt wie München sind Armut und Elend nicht so deutlich zu sehen. Aber sie sind da. Und die Spenden der Leser helfen sehr, Not zu lindern. Sie helfen, dass eine Mutter mit zwei kranken Kindern aus einem winzigen Zimmer in eine kleine Wohnung ziehen kann; dass eine kleine Hilfseinrichtung nicht schließen muss; dass kleine Projekte wie ein Ausflug für einsame Senioren klappen – und ganz große Vorhaben wie jenes des SZ-Schülerlunchs, der inzwischen tausend Kindern aus armen Familien täglich zu einem warmen Mittagessen verhilft. Für all das dankt sehr herzlich
Ihre SZ-Redaktion
(SZ vom 10.01.09)