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20.12.2011

SZ – Landkreisausgabe Dachau

Für ein bisschen mehr Lebensqualität

Die finanziellen Möglichkeiten von behinderten Menschen sind meist sehr eingeschränkt. Oft reicht das Einkommen oder das staatliche Taschengeld nicht aus, um an geeigneten Freizeitangeboten teilzunehmen oder spezielle medizinische Hilfsmittel anzuschaffen. So geht es Franz P. (alle Namen geändert), der im Franziskuswerk Schönbrunn lebt.



Der ältere Herr ist wegen seiner Behinderung auf den Rollstuhl angewiesen. Obwohl er bereits das Rentenalter erreicht hat, übernimmt er weiterhin verschiedene Hilfsdienste. Diese Botengänge und Arbeiten vermitteln ihm das Gefühl, gebraucht zu werden. In der Freizeit nimmt Franz P. gerne an Veranstaltungen teil. Diese aktive Lebensgestaltung wird ihm zunehmend unmöglich, denn den mechanischen Rollstuhl kann er wegen seiner fortschreitenden Behinderung kaum noch bedienen. Einen elektrischen Rollstuhl, mit dem der rührige Mann auch weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen könnte, bezahlt die Kasse aber nicht.
Auch Stefan M. wäre gerne noch aktiver in seiner Freizeit, wenn er die finanziellen Möglichkeiten hätte. Der junge Mann, der ebenfalls im Franziskuswerk Schönbrunn lebt, spielt leidenschaftlich Basketball. Den Jahresbeitrag für den Sportverein kann er sich aber nicht leisten. Selbst für grundlegende Dinge wie Bekleidung und Möbel sind behinderte Menschen oft auf Unterstützung angewiesen. Nämlich dann, wenn sie aufgrund ihrer speziellen Erkrankung einen viel höheren Verschleiß haben und deshalb häufiger ein Paar neue Schuhe oder eine neue Jacke brauchen. Diese Sonderausgaben gibt das Kleiderbudget jedoch nicht her. Auch wer neben seiner Behinderung unter einer Allergie oder Lebensmittelunverträglichkeit leidet, stößt finanziell an Grenzen. Denn eine laktoseund glutenfreie Ernährung schlägt mit monatlich 80 Euro Mehrkosten zu Buche.
Den Alltag einer ganzen Wohngruppe im Franziskuswerk könnte ein neuartiges Gerät erleichtern. Mit diesem können Spastiker selbständig auch Elektrogeräte steuern, die mit kleinen Bedienelementen ausgestattet sind. Eine Probephase ist bereits sehr erfolgreich verlaufen. Die Bewohner haben mit dieser technischen Unterstützung mehr als bisher selbständig erledigt, zum Beispiel gemeinsam einen Kuchen gebacken.

(SZ vom 20.12.11)