Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Einen Monat war Tara in der Klinik, eine Frühgeburt. „42 Zentimeter, 1744 Gramm“. Ihre Mutter kann sich noch genau erinnern.
Zu der Zeit, im Februar, war Adna T. im Frauenhaus und es schmerzte sie, dass sie am Abend ihre so zerbrechlich wirkende Tochter allein in der Klinik zurücklassen musste, um in ein Zimmer zu gehen, das nicht ihr Zuhause war. Mittlerweile hat Adna T. Zuflucht in einer Mutter-Kind-Einrichtung gefunden. Eine eigene Wohnung wäre natürlich schöner, sagt sie.
Aber wenigstens hat sie hier so viel Ruhe gefunden, dass sie das Zimmer geschmückt hat für sich und ihre Tochter. Ein Adventskranz steht auf dem Tisch, an den Wänden hängen Herzen aus Krepp-Papier. Adna T. spielt mit Tara auf dem Bett. Das Mädchen ist quirlig, will die Flasche und dann doch wieder nicht. „Ich bin schon gefordert mit der Kleinen“, sagt Adna T., zumal es niemanden aus ihrer Familie gibt, der hilft.
Mit den Eltern hat Adna T. gebrochen. Sie haben sie verlobt, als sie 15 war, mit einem Cousin, der in der Türkei gelebt hat und den Adna T. nicht mal vom Foto kannte. Die junge Frau war sieben, als sie nach Deutschland kam, sie ist in München aufgewachsen. Die Eltern aber blieben in den Traditionen der alten Heimat verhaftet. Adna T. war 18, als sie heiraten musste. „Da kommt ein fremder Mann in dein Leben rein und zerstört alles“, sagt sie nur. Ihr Mann hatte Freundinnen, sie aber musste bei ihm bleiben, die Eltern wollten es so.
Erst, als Adna T. sich an ihrer Arbeitsstelle in einen Kollegen verliebte, fand sie die Kraft, ihren Mann zu verlassen. Sie wurde schwanger von dem Kollegen; diesmal aber hatte sie die falsche Wahl getroffen. Der Mann hatte verschwiegen, dass er bereits Frau und Kinder hat. Zurück zu den Eltern aber kann und will Adna T. nicht.
Sie will selbst für ihre kleine Tochter sorgen, will wieder arbeiten gehen, sobald sie für Tara einen Krippenplatz findet. Bis dahin aber braucht sie Hilfe. Ein Fahrrad mit Kindersitz hätte Adna T. gern. Und einen Babymassage-Kurs. Das haben Mutter und Tochter schon mal ausprobiert. „Tara hat es geliebt.“
(SZ vom 14.12.11)