SZ Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung

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01.12.2009

Ein Bett und zwei Paar Schuhe für die kranke Tochter

Lilli deutet auf ihren Handrücken. „Da ist das Blut rausgekommen.“ Es habe
ein bisschen gepiekst, erzählt die Fünfjährige, aber Lillis Mama hat ihrer
Tochter erklärt, warum der Arzt das Blut braucht. Um es zu untersuchen für
die Operation.



Lilli sollen die stets entzündeten Mandeln herausgenommen werden. „Und wegen ihrer Epilepsie muss man da besonders aufpassen“, sagt die Mutter. Vor eineinhalb Jahren hatte Lilli den ersten Anfall. Die Mutter fand sie nachts im Bett, da hatte das Mädchen Schaum vor dem Mund, lag ganz steif da und starrte zur Decke. „Schrecklich. Das will ich nie wieder erleben“, sagte sich Iris T. damals. Ein halbes Jahr später wiederholte sich der Anfall. Dann, im Mai, ein drittes Mal, diesmal schwächer. „Jetzt bekommt sie Medikamente und seitdem ist nichts mehr passiert“, sagt die Mutter.
Die Ärzte vermuten, dass die Anfälle auf eine frühere Gehirnblutung zurückgehen. Seit Lilli klein ist, ist sie Dauergast beim Kinderarzt. Sie war eine Frühgeburt, ihr linker Arm, das linke Bein haben kaum Kraft. Iris T. übt viel mit ihrer Tochter, damit sie ein Glas oder einen Stift halten kann. Beim Laufen lässt sie sich meist schon nach ein paar Schritten auf den Boden fallen. Das ist mühsam für Iris T., weil der nächste Penny-Markt eine Viertelstunde entfernt ist. Die Einkäufe schleppt sie in einer Hand, das quengelnde Kind hängt an der anderen.
Die Schwiegermutter hat ihr ein altes Auto geschenkt, doch Iris T. fehlt das Geld, das Fahrzeug zu versichern. Sie ist alleinerziehend, hat eine zweite Tochter, die dreijährige Melissa. Der Vater sieht ab und an nach den Kindern, aber Geld überweist er nicht. Iris T. muss sehen, wie sie durchkommt, wovon sie zwei Paar Schuhe für Lilli kauft, deren linker Fuß langsamer wächst und zwei Schuhgrößen kleiner ist. Für Lillis Fahrrad würde Iris T. gerne spezielle, weiche Pedale kaufen, die die Krankenkasse nicht übernimmt. Und Betten hätte sie gern für die Mädchen. Die schlafen noch immer bei ihr, eines links, eines rechts, „ich dazwischen in der Ritze“.

Wer helfen will, wird um ein Geldgeschenk gebeten, das überwiesen oder Montag bis Donnerstag von 9.30 bis 18 Uhr sowie Freitag und Samstag von 9.30 bis 16 Uhr im SZ-Servicezentrum, Fürstenfelder Straße 7, eingezahlt werden kann.

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