SZ Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung

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01.12.2008

Die Mutter von Franziska muss jederzeit für ihr Kind da sein

Franziska braucht Hilfe, bei allem, immer. Sie kann nicht allein essen, sich nicht allein waschen und anziehen, die Mutter muss sie windeln, ihr beim Treppensteigen helfen und sie sogar in der Wohnung an die Hand nehmen. „Sie kann nichts allein machen“, sagt ihre Mutter. Mediziner nennen es „anlagebedingten Entwicklungsrückstand“, woran Franziska leidet.



Sie ist sechs, aber geistig auf dem Stand einer Dreijährigen. Und kürzlich haben die Ärzte der Mutter, Anna Hübner, mitgeteilt, dass die Tochter auch an Epilepsie leidet. „Ich kann sie keine fünf Minuten allein lassen“, sagt die Mutter. Franziskas 14-jähriger Bruder kümmert sich um die Schwester, „er liebt sie abgöttisch“, sagt die Mutter. „Und er muss oft zurückstecken, leider.“ Anna Hübner ist alleinerziehend, Unterhalt von den Vätern ihrer Kinder bekommt sie nicht. Sparen mussten sie schon immer, und im Oktober hat Anna Hübner auch noch ihre Stelle bei einer Pharmafirma verloren. Dort hatte sie im Labor gearbeitet. „Es war eine sehr schöne Arbeit, ich konnte mir die Zeit einteilen.“ Wenn Franziska krank ist, muss die Mutter daheim bleiben, und Franziska ist oft krank, ein normaler Schnupfen dauert zwei, drei Wochen. Franziska kann nicht schneuzen. Frau Hübner weiß nicht, wie sie unter diesen Bedingungen eine neue Stelle finden soll, welche Firma stellt schon eine Frau ein, die jederzeit für ihr Kind da sein muss.
Jetzt muss sich die Mutter zwar nicht mehr zerreißen zwischen Job und Kindern – aber das Geld, etwa für Kleidung, ist noch knapper. 450, vielleicht 500 Euro Haushaltsgeld hat Anna Hübner für drei Personen pro Monat. Franziska ist krankheitsbedingt stark übergewichtig, in normalen Kaufhäusern gibt es keine Hosen für sie. Übergrößen aber sind sehr teuer. Nun sind auch die Winterstiefel zu klein geworden, Franziska braucht gute Schuhe, die Halt bieten, in billigen vom Discounter würde sie umknicken. Auch eine Spezialbrille aus Titan musste ihre Mutter besorgen: Zu groß ist das Risiko, dass Franziska sie bei einem Anfall herunterschlägt und sich verletzt. „Sie wird nie ein normales Leben führen können“, sagt die Mutter, „sie wird immer auf Hilfe angewiesen sein.“ (Name der Familie geändert.)

Wer helfen will, wird um ein Geldgeschenk gebeten, das überwiesen oder Montag bis Freitag von 9.30 bis 18 Uhr und an allen Samstagen im Dezember von 9.30 bis 15 Uhr im SZ-Servicezentrum, nach wie vor in der Sendlinger Straße 8, eingezahlt werden kann. 

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(SZ vom 01.12.2008)